Winterdienst für RadfahrerJanuar 2012 Eigentlich ist es ein Meilenstein, den man gebührend feiern müsste: Es
gibt einen Winterdienstplan für Radfahrer in Nürnberg! Jahrelang haben wir
uns dafür engagiert, Briefe an Parteien und die Stadtverwaltung geschrieben
und Pressemitteilungen veröffentlicht. Nach unserer erneuten Kritik im Winter 2009 / 2010 hatte uns der
Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) zu einem Gespräch eingeladen. Nicht
zuletzt aufgrund der steigenden Radfahrerzahlen auch im Winter hatte man die
Notwendigkeit erkannt, die für Radfahrer wichtigen Wege von Eis und Schnee
frei zu halten. Bereits im Sommer 2010 hatten wir SÖR dann unser Konzept für
einen Winterdienst vorgelegt, das die für Radfahrer wichtigsten
Wegebeziehungen beinhaltet und vor allem ein zusammenhängendes Netz
darstellt. Für den Winter 2010 / 2011 konnte dieses Konzept seitens SÖR
nicht mehr berücksichtigt werden.
Radweg
im Winter 2009 / 2010 (Foto: Helmut Rösner) Zusammenhängendes
Netz Im Oktober 2011
hat SÖR nun sein Winterdienstkonzept im Stadtrat vorgestellt, in dem
erstmalig auch Radfahrer berücksichtigt werden: „Bei den Radwegen werden
die bisher in den Dienststellenbereichen unterschiedlich behandelten
Sicherungen stadtweit vereinheitlicht. Dabei wird künftig ein gesichertes
Radwegenetz zur Verfügung gestellt. Maßgebend für die Sicherungseinstufung
der Radwege sind die vom Verkehrsplanungsamt ermittelten
Streckenbelastungszahlen. In Abstimmung mit dem Radverkehrsbeauftragten der
Stadt Nürnberg und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) wurden die
Zählwerte der Sommermonate mit bekannten Anteilswerten auf die maßgebenden
Wintermonate umgerechnet. Danach wurden folgende Prioritätseinteilungen
vorgenommen: In Stufe 1 werden alle Radwege innerhalb der geschlossenen
Ortslage gesichert, die in und an SÖR zugeordneten Grundstücksflächen
verlaufen und als gemeinsame öffentliche Geh- und Radwege gewidmet sind. In
Stufe 2 werden alle innerhalb der geschlossenen Ortslage verlaufenden eigenständigen
verkehrswichtigen Radwege gesichert; in Stufe 3 dann die sonst noch wichtigen
Nebenstrecken. Damit kann erstmals in Nürnberg ein mit durchgängigen Wegen
gesichertes Radwegenetz in oberster Priorität in den Wintermonaten angeboten
werden. Ein entsprechender Winterradwegeroutenplan wird für jeden
Interessierten auf der Homepage des SÖR zur Ansicht bereitgestellt.“
(Auszug aus den Stadtratsunterlagen) Bewährungsprobe
steht aus Und nun bleibt der Schnee aus (Stand Ende Dezember 2011) … Doch die
Trauer hält sich zumindest in Bezug auf das Radfahren in Grenzen. Ob sich
das städtische Winterdienstkonzept für Radfahrer in der Praxis bewährt,
bleibt damit vorerst unbeantwortet. Leider ist SÖR von unserem Routenkonzept
in einigen Punkten abgewichen. Die angebotenen Alternativstrecken sind aus
unserer Sicht wenig geeignet. Auch, dass für durchgängige Strecken
unterschiedliche Prioritäten vergeben wurden, bleibt schwer verständlich;
ebenso wie die aus unserer Sicht zu geringen Räumbreiten bei von Fußgängern
und Radfahrern stark genutzten Wegen. Und nicht zuletzt lag bis zum
Redaktionsschluss der versprochene Winterradwegeroutenplan noch nicht vor.
Dieser soll Anfang 2012 im Internet unter
http://www.nuernberg.de/internet/soer/
veröffentlicht werden. Insofern müssen die ersten Erfahrungen abgewartet werden. Dass überhaupt
ein Winterdienstkonzept für Radfahrer in Nürnberg existiert, kann aber auf
jeden Fall als Erfolg gewertet werden. Ein Erfolg, den sich der ADFC über
viele Jahre hinweg mit seiner Beharrlichkeit hart erarbeitet hat. |
Erlanger Straße: Radweglücke geschlossenDezember 2011 Erfreuliche Nachrichten gibt es aus der Erlanger Straße zu berichten: Die Radwegelücke stadteinwärts zwischen der Ringbahnunterführung und dem Nordwestring ist geschlossen. Bisher wurden Radfahrer von der Straßenbahnhaltestelle Thon kommend auf einen Gehweg geleitet und offiziell zum Absteigen gezwungen. Danach musste man sich an einer unübersichtlichen Kreuzung wieder in den Verkehr einfädeln. Nun wird der Radweg unter der Ringbahnbrücke hindurch geführt und anschließend in einen Radstreifen auf der Fahrbahn überführt. Den Lückenschluss hat der ADFC schon seit Jahren gefordert. Umso größer ist jetzt die Freude, dass die Realisierung noch in diesem Jahr erfolgen konnte. Jens Ott |
Marienbergpark: Wegsanierung macht SinnDezember 2011 D er in Ost-West-Richtung verlaufende Weg durch den Marienbergpark vom Falknerweg (Ziegelstein) zur Sonnengartenstraße (Thon) ist nun mit einer asphaltierten Oberfläche versehen. Diese Maßnahme hat in der Öffentlichkeit viel Protest hervorgerufen. Vielfach wird hierbei mit der Unverträglichkeit eines asphaltierten Weges in einem grünen Park argumentiert.Der ADFC bittet dabei zu bedenken, dass dieser Weg von vielen Menschen genutzt wird, die unterschiedliche Ansprüche an den Wegebelag haben. Neben Spaziergängern nutzen viele Radfahrer auch auf dem Weg zur Arbeit diese Verbindung. Mit einer asphaltierten Oberfläche ist nun ein Wegebelag gewählt worden, der viele Vorteile bietet. So ist der Weg jetzt in seiner vollen Breite nutzbar, was beim hohen Fußgänger- und Radfahreraufkommen auch dazu beiträgt, Konflikte zu vermeiden. Die bisherigen Schlaglöcher haben eher das Gegenteil bewirkt. Auch kann der Weg nun bei jeder Witterung genutzt werden, ohne sich mit Staub einzudecken oder mit Schlamm zu bespritzen. Im Winter kann nun auf der glatten Wegeoberfläche besser Schnee geräumt werden. Auch für Inline-Skater, Rollstuhlfahrer, Rollatoren oder Kinderwägen ist der Weg nun besser nutzbar. Und nicht zuletzt spart die Stadt Geld beim Wegeunterhalt. Denn ein asphaltierter Belag muss weitaus seltener ausgebessert werden als der bisherige wassergebundene Belag.In diesem Zusammenhang sei auch auf die vor wenigen Jahren im Pegnitztal-Ost (Johann-Soergel-Weg) erfolgte Asphaltierung verwiesen. Auch hier gab es teilweise Proteste. Doch die positiven Erfahrungen haben den Sinn dieser Maßnahme bestätigt. Der ADFC hofft deshalb, dass im kommenden Jahr wie geplant auch eine Nord-Süd-Verbindung im Marienbergpark mit einer asphaltierten Oberfläche versehen wird. Der Marienbergpark bietet darüber hinaus noch viele weitere Wege, an deren Zustand sich nichts ändern wird. Jens Ott |
Endlich: Mögeldorfer Hauptstraße entgegen der Einbahnrichtung befahrbarSeptember 2011 Im Juni wurde der Radweg in der Mögeldorfer Hauptstraße entgegen der Einbahnrichtung angelegt. Der ADFC begrüßt diese Maßnahme, die trotz heftiger Proteste der
anliegenden Geschäftsinhaber umgesetzt wurde, steht damit doch endlich eine
befahrbare Verbindung vom Mögeldorfer Plärrer zur Ludwig-Erhard-Brücke
und damit zum Pegnitztal und nach St. Jobst / Erlenstegen zur
Verfügung. Jens Ott |
Tiergarten: Neue moderne FahrradständerSeptember 2011 Am Tiergarten gibt es neue, moderne Fahrradständer. Nachdem Rad fahrende Tiergar
Jens Ott |
Radweg Worzeldorf - Herpersdorf fertiggestelltSeptember 2011 Anfang Juli wurde der Radweg entlang der Straße An der Radrunde zwischen Worzeldorf und Herpersdorf eröffnet. Dieser Radweg, der von den betroffenen Bürgern vor Ort schon seit Ende der 70er Jahre gefordert wurde, scheiterte bisher an fehlenden Grundstücken und rechtlichen Rahmenbedingungen. Eine einvernehmliche Lösung konnte dann im vergangenen Jahr gefunden werden. Jens Ott |
Königsstraße: Radfahren gehen die EinbahnstraßeSeptember 2011 Ende Juli wurde dann auch die Einbahnregelung für Radfahrer in der Königstraße aufgehoben. Radfahrer können nun also auf kurzem Weg die südöstliche Altstadt verlassen und vom Hallplatz direkt zum Hauptbahnhof radeln.
Jens Ott |
Verbesserungen in der MarienbergstraßeJuni 2011 Im Zuge des Ausbaus der Marienbergstraße zwischen der Kreuzung am Tucherhof und der Flughafenstraße wird der parallel verlaufende Radweg im Marienbergpark auf 3 m verbreitert, asphaltiert und mit einer Beleuchtung versehen. Zudem wird die Kreuzung am Tucherhof voll signalisiert. Damit ist ein Überqueren der viel befahrenen Marienbergstraße leichter möglich. Den Stadtrat haben wir gebeten, auch gleich die Kreuzung bei der Hugo-Junkers-Straße mit auszubauen. Diese Kreuzung ist Bestandteil der ausgeschilderten Radroute von der Innenstadt über den Marienbergpark nach Ziegelstein und Buchenbühl. Radfahrer, die die Marienbergstraße hier überqueren wollen, müssen heute erhebliche Wartezeiten in Kauf nehmen, da aus beiden Richtungen dichter Verkehr herrscht und auch in der Fahrbahnmitte keine Aufstellfläche vorhanden ist. Eine Verlagerung der in Richtung Ziegelstein vorhandenen Lichtsignalanlage an die Einmündung Hugo-Junkers-Straße würde die Überquerung der Marienbergstraße an dieser Kreuzung erheblich erleichtern. Unsere Anregung wird derzeit von der Verwaltung geprüft. Jens Ott |
Neuer Radweg auf Südseite der EilgutstraßeJuni 2011 Auf der Südseite der Eilgutstraße wird ein Radweg in Richtung Bahnhofsplatz angelegt. In der Vergangenheit haben uns immer wieder Anfragen von Radfahrern erreicht, wie man an dieser Stelle den Zweirichtungsradweg zum Hauptbahnhof erreichen soll. Denn Radfahrer, die regelkonform auf der Fahrbahn in der Eilgutraße fahren, müssten bei Grün nach links auf den Zweirichtungsradweg abbiegen und kreuzen sich dort mit dem einbiegenden Kfz-Verkehr vom Bahnhofsplatz in die Eilgutstraße. Mit dem neuen Radweg wird dieser Gefahrenpunkt entschärft. Jens Ott |