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Podiumveranstaltung "Fahrrad-Navigation mit GPS" im Bleiweißzentrum in Nürnberg

 

ADFC-GPS-Forum - Erkundung von Radreisezielen mit Papierkarten
Erkunden von Reisezielen nach herkömmlicher Art mit Papierkarte
  Mit einer Informationsveranstaltung am Freitag, den 10. November 2006 hat der ADFC-Kreisverband Nürnberg erstmals umfassend über den Einsatz satelliten-gestützter Navigation (GPS) für das Fahrrad informiert. 
Es kamen über 100 Besucher.

Wertvolle Hinweise gab bei der Veranstaltung vor allem der Erlanger Outdoor-Journalist und Buchautor Uli Benker. Sein Buch „GPS auf Outdoor-Touren“ gilt in der GPS-Szene als eine der besten Einführungen in das komplexe Thema. Dabei hat sich Benker trotz aller Faszination für Outdoor-Touren per GPS eine wohltuende Distanz zur GPS-Navigation bewahrt. So stellt er in Gesprächen stets klar: „Generell halte ich die Mitnahme einer Karte für Notfälle für absolut notwendig. Und natürlich muss Radfahren und Wandern ohne Karte nicht weniger Spaß machen als mit GPS.“

Für den Fahrrad-Handel saß der GPS-Fachhändler Michael Schuh vom Fahrradladen „Rad + Tat“ in Wendelstein auf dem Podium. Er ist nicht nur selbst begeisterter GPS-Nutzer, sondern kennt auch die Wünsche und Probleme seiner Kunden beim Thema „GPS“. Zusammen mit einem Mitglied der AG Fahrrad-Navigation berichtete er über Erfahrungen von Anwendern und beantwortete Fragen nach Preisen für Geräte und Zubehör.

Die Frage „Wie funktioniert eigentlich GPS und für wen ist die Technik sinnvoll?“ wurde während der Veranstaltung praxisnah beantwortet . Kurze Vorführungen zeigten, wie Planungsprogramme und digitale Karten aussehen, wie man damit am Computer arbeitet, Routen entwirft und aufgezeichnete Rad- und Wandertouren sinnvoll auswertet.

 

ADFC-GPS-Forum - Podium mit Michael Schuh, Hans Luntz, Uli Benker und Klaus Tscharnke Radhändler Michael Schuh, Moderator Hans Luntz, Buchautor Uli Benker, GPS-Arbeitsgruppen-Mitglied Klaus Tscharnke
  Nach Angaben von Buchautor Benker („GPS auf Outdoor-Touren“) gibt es auf dem Markt derzeit drei Geräteklassen: Einfache Geräte ohne Kartendarstellungen für Einsteiger zum 150 bis 200 Euro, die „Golf“-Klasse mit Farbdisplay für 250 bis 500 Euro und die Premium-Klasse, die bis zu 700 Euro reicht.

Aber mit dem Gerät allein ist es in der Regel nicht getan, erläuterten die Fachleute. Zur GPS-Grundausstattung gehört nach heutigem Standard eine auf Computer und GPS-Handgerät aufspielbare digitale Karte, die für ganz Deutschland (Maßstab 1: 25000) immerhin 199,- Euro kostet. Mit ihr lassen sich nicht nur Touren übersichtlich am PC planen, sondern während der Tour auf dem Landkarten-Display des GPS-Geräts präzise nachverfolgen. Für anspruchsvolle GPS-Nutzer hält der Markt zudem eine ausgetüftelte GPS-Planungssoftware bereit, die die Nutzung nicht nur einer, sondern vieler digitalisierter Fahrrad- und Wanderkarten erlaubt. Der Trend gehe zu Computerkarten mit integrierten Routenvorschlägen, berichtete GPS-Experte Benker.

Dass bei GPS für Radler und Wanderer nicht alles Gold ist, was glänzt, machte Nutzer Klaus Tscharnke deutlich. Da sei das Problem, dass die Geräte in dichteren Wäldern keine Satelliten-Impulse mehr empfangen, der Stromverbrauch der Geräte sehr hoch, die Speicher der Geräte zur Abspeicherung von Routen hingegen relativ klein seien. Auch will das Entwerfen von Routen gelernt sein, wie überhaupt es relativ viel Einarbeitungszeit braucht, bis man mit dem Instrument GPS so routiniert umgeht wie mit einer Wanderkarte. Ein Erfahrungsaustausch mit anderen Nutzern sei in jedem Fall hilfreich, wie es etwa in der GPS-Fachgruppe des ADFC praktiziert werde.

 

ADFC-GPS-Forum - Fachdiskussionen mit den GPS-Fachleuten Großer Andrang nach der Podiumsdiskussion an den Informationsständen


ADFC-GPS-Forum - Fachdiskussionen mit den GPS-Fachleuten Fachbuch-Autor Uli Benker im Gespräch mit Interessenten
Fotos: Ludwig Eble, ADFC-Nürnberg
  Fazit der Veranstaltung 

Teuer und aufwendig, aber mit hohem Spaßfaktor
Es ist teuer und relativ aufwendig – Radlern mit Entdeckungslust winkt mit GPS am Lenker aber ein hoher Nutzen und Spaßfaktor. Mit gewissen Unzulänglichkeiten müssten Nutzer aber noch leben. Der Trend gehe allerdings zu mehr Komfort und Computerkarten mit kompletten Tourenpaketen.

Die Fragen der rund 120 Besucher machten zudem deutlich: Viele sind von der neuen Technik fasziniert, aber unsicher, ob für sie ein GPS-Navigationsgerät überhaupt Sinn macht. Manche fühlen sich auch von Herstellern und Verkäufen allein gelassen und hatten sich von der ersten Veranstaltung dieser Art in Süddeutschland Rat und Hilfe erhofft.

Patentrezepte für Unentschlossene hatten freilich auch die drei Fachleute auf dem Podium nicht parat. Ob sich die Anschaffung der handlichen GPS-Geräte für Fahrradlenker oder Rucksack-Riemen lohnen, muss nach Einschätzung des renommierten utdoor-Journalisten und GPS-Buchautoren, Uli Benker, ganz individuell abgewogen werden. „Wer in der Regel Flussradwege fährt und auch sonst mehr oder weniger gut markierte Fernradwege benutzt, für den macht die Anschaffung eines 200 bis 700 Euro teuren Geräts nicht viel Sinn“, meinte auch das ADFC-Fachgruppen-Mitglied, Klaus Tscharnke.

Wer hingegen zu Fuß oder mit Fahrrad unbekannte Landschaften erkunden und entdecken will, der wird das GPS-Gerät bald zu schätzen wissen, versicherte der Wendelsteiner Fahrrad- und GPS-Fachhändler Michael Schuh. Er hatte zuvor in seinem Referat anschaulich die technischen Grundlage der Satelliten-Navigation erläutert: Nach seinen Ausführungen war das System aus 24 um die Erde kreisenden Satelliten zunächst den US-Militärs vorbehalten, bis es das Pentagon im Jahr 2001 auch für die zivile Nutzung zur Verfügung stellte.

Während Satelliten-Navigation sich bei Autofahrern rasend schnell ausbreitete, wachse der Markt für so genannte Outdoor-Geräte weitaus langsamer. Fachleute sehen dafür vor allem einen Grund: Im Unterschied zu Auto-Navigationsgeräten müssen in den meisten Outdoor-Handgeräten geplante Routen per Hand am Computer entworfen und dann auf das GPS-Gerät überspielt werden. Einstöpseln und sofort loslegen, was sich so mancher Zuhörer bei der ADFC-Veranstaltung wünschte, ist bei GPS-Geräten für Radfahrer und Wanderer derzeit noch Zukunftsmusik.

Dass das Thema in der Radler-Szene boomt, zeigte der starke Besucherandrang. Viele Teilnehmer waren auch über mehrere hundert Kilometer angereist.
 
Vorankündigung vom Herbst 2006

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