Aktuelle Meldungen

Aktion gegen Falschparkende auf Geh- und Radwegen (18. - 24. Oktober)

Viele von euch haben im Juni Falschparkende auf Geh- und Radwegen mit Post-its die Gelbe Karte gezeigt. Jetzt geht die Aktion verstärkt durch den ADFC Erlangen und den VCD in die zweite Runde.

Von Montag, 18. Oktober, bis Sonntag, 24. Oktober 2021, hat jede*r die Gelegenheit, Falschparkende dafür zu sensibilisieren, dass sie sich egoistisch verhalten und uns im Wortsinn im Weg stehen #egoistischgeparkt. Wir wollen darauf aufmerksam machen, wie häufig bei uns Rad- und Gehwege zugeparkt werden. Gerne möchten wir die Kommunale Verkehrsüberwachung und Polizei motivieren, häufiger und wirksamer gegen Rad- und Gehwegparkende vorzugehen.

Noch keine Post-its erhalten? Dann kannst du dich noch am Montag, 18. Oktober, und Mittwoch, 20. Oktober, in der ADFC-Geschäftsstelle in der Heroldstraße 2 jeweils von 17 bis 19 Uhr mit Post-its eindecken. Auch beim ADFC Erlangen, dem VCD Nürnberg und dem Klimacamp wird es Post-its geben.

Macht mit, verteilt Post-its und veröffentlicht Fotos auf Social Media mit #egoistischgeparkt und dem Straßennamen oder schickt Fotos an socialmedia(..at..)adfc-nuernberg.de. Wir posten alle Fotos in unseren Social-Media-Kanälen.

Zum Abschluss der Aktion erstellen wir einein Online-Galerie der besten Fotos unter: adfc-nuernberg.de/radverkehr/aktion-radwegparker.

Die Südstadt wird röter: Breite Radstreifen in der Pillenreuther Straße – Fahrradstraße Humboldtstraße

In der Pillenreuther Straße gibt es jetzt wunderschöne rote Radstreifen. Sie wurden auf bis zu 2,75 m verbreitert und nordwärts bis zur Humboldtstraße verlängert, wie wir es u.a. bei unserer Aktion im Oktober 2019 gefordert hatte. Der Autoverkehr hat jetzt eindeutig nur noch eine Spur. Enge Begegnungen zwischen Auto und Rad, die sich ergaben wenn zwei Autos auf den bisherigen eineinhalb Kfz-Spuren nebeneinander fuhren, dürften damit der Vergangenheit angehören. Nur am Südende vor der Frankenstraße wurde der alte Querschnitt beibehalten. Wenn man dort längs radelt, kann man den Unterschied zwischen alt und neu richtig spüren. Eine weitere Verlängerung nach Norden bis zur Wölckernstraße soll erfolgen, sobald ein Mast für die Straßenbahn-Oberleitung versetzt werden konnte, wofür eine neue statische Berechnung für die ganze Kreuzung erfolgen muss.

Dazu passend wurde nahezu zeitgleich der Westabschnitt der neuen Fahrradstraße Humboldtstraße fertig gestellt, der Ostabschnitt wird in naher Zukunft folgen. Auch hier gibt es viele „rote Teppiche“, die die Widmung als Fahrradstraße zusammen mit großen Piktogrammen auf der Straße und vielen Schildern unterstreichen.

Die beiden neuen Strecken sind also auch miteinander verknüpft. Zusammen mit der schon 2020 eröffneten Fahrradstraße im Hummelsteiner Weg ist das ein guter Grundstock für eine echtes Radverkehrsnetz auch in der Südstadt, wie es der Mobilitätsbeschluss verspricht.

Aktion gegen Geh- und Radwegparkende: ein voller Erfolg!

Vom 18.-20. Juni lief unsere Aktion #parktegoistisch gegen Geh- und Radwegparkende. Schon vor dem Wochenende waren unsere Post-Its vergriffen. Wer Glück hatte, konnte noch welche während der Woche in der Geschäftsstelle ergattern. Beim Klimacamp waren 500 Post-Its innerhalb nur eines Tages alle weg!

Übers Wochenende wurden dann fleißig Post-Its verteilt und Fotos gemacht. In diesen drei Tage erreichten uns allein via E-Mail über 250 Bilder. In Social-Media wurde angeregt diskutiert und Fotos unter dem Hashtag #parktegoistisch gepostet. Somit war die Aktion ein voller Erfolg!

Wir planen die Aktion im Oktober zu wiederholen und dann regelmäßig, zweimal im Jahr, Post-Its zu verteilen.

Radschnellverbindung über eine Furt von nur 2,50 m durch einen Fußgängerbereich?

Am 10. Juni beschloss der Stadtplanungsausschuss überraschend die Pläne für die Neugestaltung des „Quartiersplatz Kleinreuther Weg“, also den Knotenpunkt von Kleinreuther Weg, Harrichstraße und Gärtnerstraße. Seit dieser Platz durch Verkehrsberuhigung entstand, ist er als Fuß-/Radweg ausgeschildert und Teil der beschilderten Radroute Richtung Erlangen. Dort soll künftig auch die Radschnellverbindung Richtung Erlangen verlaufen. Geplant ist jetzt ein durchgängig mit Granitpflaster belegter Platz, quasi eine Fußgängerzone ohne Radweg. Dort zugelassener Radverkehr soll lediglich auf einem 2,50 m breiten Pflasterstreifen mit etwas anderer Farbmischung in Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen. Der Streifen hat zudem eine „Kurve“ von nahezu 90°. Das ist eine deutliche Verschlechterung gegenüber den Vorplanungen in der Machbarkeitsstudie von 2017 für die Radschnellverbindungen und damit ein Abweichen vom Mobilitätsbeschluss. Lest hier mehr.

Aktualisiert 2021-06-23

Infoladen wieder geöffnet!

Unser Infoladen in der Heroldstraße 2 ist montags und mittwochs von 17 bis 19 Uhr wieder wie gewohnt geöffnet. Im Moment gilt noch: bitte draußen warten, solange noch ein*e andere*r Besucher*in im Laden ist. Die Kontaktdaten, insbesondere Telefon-Nummern werden „für den Fall der Fälle“ noch erfasst (und nach vier Wochen wieder vernichtet). Im Laden gilt Maskenpflicht.

Radtouren starten mit Einschränkungen

Nachdem die 7-Tage-Inzidenzwert jetzt auch in Nürnberg unter 50 angelangt ist und Bayern die Infektionsschutz-Regelungen gelockert hat, läuft das ADFC-Radtourenprogramm grundsätzlich wie geplant, allerdings noch immer mit ein paar Besonderheiten:

Von allen Teilnehmern müssen die Kontaktdaten, insbesondere die Telefon-Nummern erfasst werden. Um das zu erleichtern, kann die Anmeldefunktion im Tourenportal genutzt werden. Das Abstandsgebot und die Hygieneregeln müssen eingehalten werden, vor dem Start und in den Pausen gilt z.Zt. noch Maskenpflicht.

Auch weiterhin kann es passieren, dass eine Tour storniert oder anders als ursprünglich geplant durchgeführt wird. Das wird jeweils im Tourenportal angezeigt.

Endlich Pläne für neue Radstreifen in der Bayreuther Straße

Der Verkehrsausschuss des Stadtrates hat am 06.05.2021 Pläne für Radstreifen in der Bayreuther Straße beschlossen:
Die Lücken zwischen Virchowstraße und Rathenauplatz auf der Westseite und zwischen Ludwig-Feuerbach-Straße und Schoppershofstraße auf der Ostseite sollen geschlossen werden. Erfreulich ist:

  • Die Radstreifen haben überwiegend eine Breite von 2,00 m (und mehr) plus 0,25 m Strich, also brutto 2,25 m (und mehr) auf der Westseite bzw. von 1,60 m plus 0,25 cm Strich auf der Ostseite.

  • Der Autoverkehr hat daneben nur noch eine Spur, nicht mehr eineinhalb Spuren. Damit wird es wahrscheinlicher, dass der Abstand zwischen Autos und Radler*innen eingehalten wird.

  • Auf der Westseite wird der Gehweg zwischen Rathenauplatz und Stuckstraße für das Radfahren mit Schrittgeschwindigkeit freigegeben, sodass die Stuckstraße ohne Umwege zu erreichen ist.

Natürlich merkt man dem Plan an, dass er noch vor dem Mobilitätsbeschluss gefertigt wurde, es fehlen überwiegend die Sicherheitstrennstreifen zwischen Radstreifen und Parkern und es gibt überhaupt noch viel zu viele Parkplätze. An der Kreuzung mit der Pirckheimer Straße gibt es einen Radstreifen in Mittellage, keine geschützte Kreuzung. Und die Vernetzung nach rechts und links z.B. am Berliner Platz und insbesondere an der Einmündung der Ludwig-Feuerbach-Straße könnte besser sein. Lest noch etwas mehr hier.

Die Pläne und Erläuterungen dazu sind hier im Ratsinformationssystem zu sehen, die Stellungnahme des ADFC gegenüber den Fraktionen und Gruppen hier. Längere Version hier.

Mach mit bei SimRa: Sicherheit im Radverkehr

SimRa ist ein Forschungsprojekt des Einstein Center Digital Future an der TU Berlin und zugleich eine App. Alle interessierten Fahrradfahrer*innen können die kostenlose App auf ihrem Smartphon installieren und so ihrenTeil zu dem Forschungsprojekt für mehr Sicherheit im Radverkehr beitragen. Die App zeichnet die Fahrtrouten mittels GPS-Daten auf und nutzt dabei Beschleunigungssensoren zum Detektieren von Gefahrensituationen, wie z. B. plötzliches Bremsen, Ausweichen oder gar einen Sturz. Im Anschluss an die Fahrt werden die Radfahrenden gebeten, diese detektierten Gefahrensituation zu kommentieren und ein Upload auf den Projektserver frei zu geben.

Um den Teilnehmenden zu jedem Zeitpunkt volle Kontrolle über ihre Daten zu geben, werden sie zunächst nur lokal in der App erfasst. Nach der Fahrt können die Teilnehmer die Daten ansehen und kommentieren und zum Upload freigeben, ggf. auch verkürzt, damit keine Wohnorte o.ä. erkennbar werden.

Heute verfügt die Verkehrsplanung im Wesentlichen nur über die Daten aus den polizeilichen Unfallerhebungen. Durch SimRa können auch Informationen zu Ereignissen gewonnen, nach denen nicht die Polizei gerufen wird bzw. nicht gerufen werden muss. Die Datenbasis wird dadurch breiter. Auch ungünstige Verkehrsflüsse oder Ampelschaltungen können erkannt werden.

In Nürnberg ist jetzt der ADFC Projektpartner von SimRa. Mehr Informationen gibt es unter www.digital-future.berlin/forschung/projekte/simra/. Mit Fragen könnt Ihr Euch gern an verkehr(..at..)adfc-nuernberg.de wenden.

Fahrrad-Klimatest 2020: Nürnberg bekommt die Note 4,15

Nürnberg einmal allerletzter und einmal „einäügiger König unter den Blinden“

Mit 4,15 fiel die Gesamtnote für das Fahrradklima in Nürnberg nahezu genauso schlecht wie 2018 aus (4,2). Zwar ist der Abwärtstrend seit 2012 (3,91) gestoppt, aber ein Minus von 0,24 in acht Jahren ist nicht das, was Kampagnen wie „Nürnberg steigt auf“ zum Ziel hatten.

Nürnberg liegt jetzt unter den 14 Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern auf Platz 10 (2018 Platz 7), allerdings unterscheiden sich die Noten für die Plätze 7 bis 11 nur in der zweiten Stelle hinter dem Komma. Mehr zum Städteranking im Überblick hier und im Detail hier.

Mit der Note 5,4 (-0,1 gegenüber 2018) für „Falschparkerkontrolle auf Radwegen“ ist Nürnberg inzwischen trauriges Schlusslicht unter den 191 beteiligten Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern Dieses Thema werden wir mit einem Aktionswochenende am 18./20.06.2021 aufgreifen.

Ebenfalls deutlich unter dem Durchschnitt der 14 Städte liegt Nürnberg bei den Themen Fahrradmitnahme im ÖV und Zügiges Radfahren.

Mit der Note 4,1 für die „Oberfläche der Radwege“ ist Nürnberg unter den 14 Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern sogar der „einäugige König unter den Blinden“, immerhin Platz 51 von 191 bei den Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern. Auch bei Fahrrad-Diebstahl liegt Nürnberg mit 4,2 erkennbar über dem Städte-Durchschnitt von 4,56. Mehr zu Nürnbergs Stärken und Schwächen hier, zu den Noten im Detail hier.

Die beste Nürnberger Note gab es mit 2,3 (+0,8 gegenüber 2018) für „Öffentliche Fahrräder“; auch im Durchschnitt der 14 Städte gibt es hier mit 2,44 die beste Note. Die Note ist deutlich besser als 2018 (3,1), hier macht sich der Start von VAG-Rad bemerkbar. Es wird also von Nürnbergs Radler*innen durchaus gewürdigt, wenn etwas getan wird. Einen Überblick über die Entwicklung der Einzelnoten von 2012 bis 2020 gibt es hier.

Bei den offenen Kommentaren häufen sich vor allem Klagen über die B4R mit Schwerpunkt Maximilianstraße, die Sigmundstraße und die schlechten Verbindungen aus dem Süden Richtung Innenstadt und Norden sowie die Enge im Pegnitzgrund. Ausführliche Daten zum Fahrrad-Klimatest in ganz Deutschland und auch in Nürnberg gibt es unter www.fahrradklimatest.de,

Neue ADFC-Regionalkarte Nürnberger Land / Oberpfalz

Die erste Radtourenkarte für das Nürnberger Land und die westliche Oberpfalz zwischen Nürnberg und Amberg ist erschienen. Der ADFC Nürnberg und Umgebung legt eine Karte vor, die unmittelbar an die erfolgreiche ADFC-Regionalkarte „Rund um Nürnberg“ anschließt. Radtouren zwischen Nürnberg und Amberg sind sehr beliebt und ziehen nicht nur Touren- und Rennradler*innen aus Nürnberg an. Denn in dieser Region finden sie attraktive Landschaften mit schönen Tälern und Bergen sowie malerischen Orte bei einem überschaubaren Autoverkehr.

Die neue ADFC-Regionalkarte „Nürnberger Land/Oberpfalz“ im Maßstab 1:75.000 beinhaltet gpx-Tracks der Themenrouten, Radfernwege und Tourenvorschläge sowie Höhenprofile zum Download und ist E-Bike geeignet. Sie deckt das gesamte Gebiet von Nürnberg bis östlich von Amberg und von Neuhaus an der Pegnitz bis zum Altmühltal und zur Donau ab. Der Fünf-Flüsse-Radweg, einer der beliebtesten Radwege in Deutschland, ist komplett enthalten, ebenso wie die Radwege im oberen Pegnitztal sowie in den Tälern der Schwarzen und Weißen Laber. Erfasst sind zudem die Routennetze der Landkreise Nürnberger Land, Amberg-Sulzbach und Neumarkt sowie die Radwege des neuen Regionalparks „Quellenreich Neumarkt“.

Die ADFC-Regionalkarte zum Preis von 9,95 Euro ist ab sofort erhältlich im Buchhandel (ISBN 9783969900062) sowie in der Geschäftsstelle des ADFC Nürn­berg per „click&collect“ nach vorherigem Anruf unter 0911/396132 (Heroldstr. 2, 90408 Nürnberg, regulär geöffnet montags und mittwochs von 17-19 Uhr).

SÖR hat geräumt – aber wir haben es nicht gemerkt?

Rückblick auf den Winterdienst

„Ich bin mir sicher, dass wir sehr wohl geräumt haben, allerdings nicht „schwarz“ , so reagierte SÖR auf die Frage des ADFC, weshalb nach Berichten von Radler*innen auch Radwege nicht vom Schnee geräumt wurden, die im Winterdienstplan der Stadt in Stufe 1 oder 2 eingeordnet sind.

Was ist hier passiert? Die Kfz-Fahrbahnen der 1. Prioritätsstufe werden mit Salzlauge besprüht, sodass hinterher der schwarze Asphalt zu sehen ist. Auf Radwege und Gehwege werden nach einer Festlegung durch den Stadtrat dagegen nur abstumpfende Mittel, also Granulat u. ä. verstreut. Aus unserer heutigen Sicht ist das kein Problem, wenn der Schnee komplett weg geschoben werden kann, bevor er festgefahren oder festgetreten wurde. Werden die Radwege aber erst später im Laufe des Tages oder erst Tage nach dem Schneefall geräumt, nützt das mit den derzeit von SÖR genutzten Fahrzeugen relativ wenig. Beim Radfahren haben wir dann den Eindruck es sei nicht geräumt worden, der Boden ist nicht nur glatt, sondern auch noch bucklig. Andere Städte haben damit angefangen, ihre Fahrzeuge so umzurüsten, dass auch schon etwas festgefahrener oder gefrorener Schnee gelöst und dann weggebürstet werden kann; zum Schluss wird teilweise auch Salzlauge eingesetzt. Eine ähnliche „Aufrüstung“ der Winterdienstfahrzeuge ist auch in Nürnberg nötig. Außerdem muss die Kapazität so erweitert werden, dass die Radwege möglichst frühzeitig freigemacht werden können und auch auf Hinweise und Beschwerden an den Folgetagen reagiert werden kann. Radwege sollten nicht später geräumt und befahrbar sein, als die Straßen der gleichen Prioritätsstufe.

Auch sonst bleibt beim Winterdienst für den Radverkehr noch viel zu verbessern: Wesentlich mehr Strecken sind der Stufe 1 zuzuordnen, auf jeden Fall das gesamte „Radvorrangrouten-Netz“. Dazu gehört auch die Räumung von Nebenstraßen, über die Radrouten geführt werden. Außer den Fahrradstraßen sind auch die anschließenden Straßen-Stücke zu räumen; es nützt z. B. nichts, dass der Rennweg geräumt ist, wenn es anschließend am Olof-Palme-Platz spiegelglatt wird. In der Regel müssen sowohl Radweg als auch Gehweg geräumt werden, nicht nur jeweils die Hälfte. Anwohner müssen ggf. daran erinnert werden, dass sie den Gehweg auch dann zu räumen haben, wenn der parallel führende Radweg von der Stadt geräumt wurde. Das gilt genauso für Gehwege, für die „Radfahrer frei“ angeordnet ist.

Die Erfahrung dieses Winters hat auch gezeigt, dass Radverkehrsstrecken in Stufe 3 so gut wie gar keine Chance haben, geräumt zu werden. Wir werden daher die Aufstufung in Stufe 2 und den Aufbau entsprechender Räum-Kapazitäten vorschlagen.

Ein spezielles Thema bleibt die Räumung der Radstreifen: Früher wurden sie gar nicht geräumt, sondern einfach mit Schnee zugeschoben. Jetzt gilt, dass der Schnee soweit wie möglich an den rechten Straßenrand geschoben und vom Radweg „möglichst viel Fläche“ frei gemacht werden soll. In der Praxis hat sich noch nicht so viel geändert, evtl. weil SÖR noch in einer Umgewöhnungsphase ist. „Hört sich einfach an, ist es aber nicht“, meinte SÖR. Vereinzelt waren allerdings kleine Räumfahrzeuge zu beobachten, die noch einmal extra den Radstreifen räumten (siehe Bild vom Nordring). Sollte zukünftig im gesamten Straßennetz so verfahren werden? Allerdings wird immer Schnee zum rechten Rand geschoben werden, weil dort die Entwässerung liegt, in die der Schnee nach dem Schmelzen abfließen soll.

Die Zeiten, in denen die Stadtratsmehrheit einen Winterdienst für den Radverkehr komplett ablehnte („dann müssen die Radler halt mal ein paar Tage mit der VAG fahren“), sind zum Glück lange vorbei. Bis der Radverkehr aber im Winterdienst wirklich gleichberechtigt behandelt wird, ist es noch ein langer Weg, ganz zu schweigen von einer bevorzugten Räumung, wie sie manche Städte versuchen.

Fahrradstraßen: Autofahrer müssen noch viel lernen!

Eigentlich müssten auch die Nürnberger Autofahrer*innen allmählich wissen, welche Regeln in Fahrradstraßen gelten. Es ist über ein Jahr vergangen, seitdem die Anlage echter Fahrradstraßen mit dem Rennweg startete, und inzwischen gibt es insgesamt 14. Die Realität sieht leider oft anders aus: so wurde aus der Muggenhofer Straße berichtet, dass dort das Tempo eher gestiegen ist, seitdem die Tempo-30-Schilder durch Fahrradstraßen-Schilder ersetzt wurden. Um die Regeln bekannter zu machen, hat der ADFC Bayern ein Video erstellt: Schau doch mal rein und verbreite den Hinweis weiter! Mehr zu diesem Thema steht hier.

Erfreuliches am Nelson-Mandela-Platz

Eine erfreuliche Entwicklung gibt es am neu gestalteten Nelson-Mandela-Platz: die Längspark-Plätze an der Nordwest-Ecke (also beim Celtistunnel) sind jetzt gesperrt. Dort stehen jetzt ein großer Blumenkübel und mobile Fahrrad-Ständer. Die sind eigentlich für Veranstaltungen gedacht, aber so können sie auch in dieser veranstaltungslosen Zeit gute Dienste leisten. Radler*innen, die in Richtung Osten (Celtistunnel) fahren, brauchen jetzt nicht mehr zu fürchten, dass sich an dieser Stelle die Türen von parkenden Autos auf die Radspur öffnen und ein- und aussteigende Personen die Spur blockieren.

Die jetzt gesperrten Parkplätze waren in der ursprünglich beschlossenen Planung auch gar nicht enthalten, wurden aber irgendwie nachträglich noch ins Bauprogramm reingebracht. Die Realität bis zur Sperrung gab den ursprünglichen Planungen Recht. Wir hoffen, dass diese Sperrung nur der Anfang für weitere Verbesserungen an diesem Platz ist, wie wir sie schon im Frühjahr gewünscht hatten. Nach wie vor bleibt z. B. das Problem, dass in zweiter Reihe oder auch direkt auf der Spur für den Radverkehr gegen die Einbahnstraßen-Richtung gehalten und geparkt wird. Gut wäre auch, wenn weiter östlich gar nicht erst Längsparkbuchten gebaut werden, wie es im Moment noch geplant ist.

(Aktualisiert 2020-12-29)

Lauf: Beeindruckende Zahl an Radl-Demonstrant*innen

Laut und fröhlich klingelnd fuhren 65 Radfahrer*innen mit Mund-Nasen-Maske am kalten Wintersamstag (5.12.) bei der Fahrrad-Demo durch Lauf. Viele Passanten blieben stehen und winkten zurück.

Es gab viel Interessantes zu sehen: Lastenräder, Anhänger mit Plakaten, ein Liegetandem und sogar ein radelnder Weihnachtsmann. Der Bund Naturschutz und der ADFC hatten zur Demo aufgerufen, um auf die Dringlichkeit des Radverkehrskonzeptes hinzuweisen. Zielort war das Landratsamt. Hier schlug Bernd Bitterlich (BN) mit symbolischen Hammerschlägen vier Thesen an:

#MehrPlatzFürsRad

  1. Mehr Sicherheit
  2. Zügige Umsetzung des Radverkehrskonzeptes
  3. Gerechte Aufteilung des Straßenraums
  4. Mehr Geld für die Fahrradinfrastruktur

In ihrer Rede betonte Monika Hänelt (ADFC), dass im Kreisausschuss am 23.11.2020 zwar einiges Wichtiges für den Radverkehr beschlossen wurde, aber diese Sätze wirkungslos bleiben, wenn der Kreistag nicht zustimmt. Da coronabedingt die Finanzen knapp sind, wollten der BN und der ADFC mit der Rad-Demo die Dringlichkeit unterstreichen. Landrat Kroder hatte kurzfristig seine Zusage zurückgezogen, bei der Ankunft der Demo am Landratsamt anwesend zu sein. Die Grünen Kreisrätin Eva Kneißl nahm aber radelnd an der Demo teil. In Gesprächen – mit dem nötigen Abstand – tauschten sich die Teilnehmer*innen mit ihr über die Situation im Nürnberger Land aus.

Die aktuelle Petition ist ein weiteres wichtiges Instrument, um deutlich zu machen, dass vielen Bürger*innen die Förderung des Radverkehrs und die Sicherheit der Radler*innen sehr am Herzen liegt. Hier kann weiterhin unterschrieben werden.

Die nächste Radl-Demo findet am Samstag, den 6. März 2021 um 11.30 Uhr statt.

Die Polizei war mit den Teilnehmer*innen sehr zufrieden. Ohne Ausnahme hielten sich alle an die Maskenpflicht und Abstandsregeln.

Bericht: Monika Hänelt

Zahlen zur Pop-up-bike-lane Rothenburger Straße

Zum Abschluss der Pop-up-bike-lane („Verkehrsversuch“) in der Rothenburger Straße hat das Verkehrsplanungsamt Ergebnisse der Verkehrszählungen veröffentlicht. Danach hatte der Radverkehr von ca. 300 Rädern pro Tag vor dem Versuch nach gut drei Monaten auf maximal ca. 700 am Tag zugenommen, immerhin eine Steigerung um 130%, aber eben auf extrem niedrigen Niveau. Die angestrebte Steigerung auf 800 bis 1.000 Radler am Tag wurde nicht erreicht.

Räder pro halbe Stunde

Vorher

16.09.2020

Stadteinwärts

3 - 15

5 - 12

Stadtauswärts

7 - 13

21 - 35

Die meisten Räder wurden interessanter Weise auf dem mit Baken abgesicherten Teilstück (Protected bike lane) gezählt.

Die Zahlen zeigen aber auch, dass die Verhältnisse in diesem Sektor der Stadt so dramatisch schlecht waren und jetzt wieder sind, dass Radfahrende überhaupt nicht auf die Idee kamen und kommen, diese Strecke zu nutzen. In anderen Bereichen zählen wir schon heute tausende Räder in 16 Stunden.

Ausführlichere Kommentare zum missglückten Versuch und zu den Konsequenzen für Planung der Radschnellverbindung Oberasbach/Stein – Nürnberg lesen Sie hier und hier.

ADFC-Fahrradklimatest 2020: Wie fahrradfreundlich ist Nürnberg?

Ab dem 1. September 2020 läuft die Umfrage zum großen ADFC-Fahrradklima-Test 2020. Der Fahrradclub ADFC ruft gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium wieder hunderttausende Radfahrerinnen und Radfahrer dazu auf, die Fahrradfreundlichkeit von Städten und Gemeinden zu bewerten. Der Test hilft, Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung zu erkennen. In diesem Jahr ist das Radfahren in Zeiten von Corona das Schwerpunktthema. Nehmt euch ein paar Minuten für die Befragung auf fahrradklima-test.adfc.de/teilnahme.

Nürnberg schloss beim letzten ADFC-Fahrradklima-Test mit einer 4,2 (Schulnote) recht mau ab und erreichte den 7. Rang von 14 Städten in seiner Größenklasse. 2018 haben über 2.500 Personen aus Nürnberg teilgenommen, schaffen wir mehr?

Hier noch die Pressmitteilung zur Halbzeit des Klimatests.

Verkehrsversuch in der Fürther Straße darf nicht irgendein Radstreifen sein

Nach den derzeitigen Planungen (stand 12.10.2020), soll es nächstes Jahr in der Fürther Straße einen Verkehrsversuch (Po-up-Bike-Lane) geben. Hoffen wir, dass es trotz des Misserfolgs in der Rothenburger Straße dabei bleibt. Schon die großen Unterschiede beim heutigen Radverkehr rechtfertigen dies: 2016 wurden in der Fürther Straße in Höhe Dilherrstr. 1.409 Radler*innen in 16 Stunden gezählt, östlich des Frankenschnellwegs (Nr. 356) immer noch 750. 2010 waren es sogar einmal 2.517 bzw. 832 gewesen. In der Rothenburger Straße waren es 2016 nur 883, 2017 529.

Zudem gibt es in der Fürther Straße etliche Abschnitte, in denen frühere Radwege schon in „Fußgängerzone – Radfahrer frei“ umgewandelt wurden, der Druck der Außengastronomie in diesen Bereich wird kontinuierlich größer.

Lesen Sie hier weiter.

ADFC begrüßt „Fahrradspeicher“ in Nürnberg

Der ADFC Nürnberg begrüßt das am Dienstag, 15. September 2020, eröffnete Fahrradparkhaus am Nürnberger Hauptbahnhof. Die als „Fahrradspeicher“ bezeichnete Fahrradstation ist vor allem für Pendler*innen ein seit langem vermisster Baustein in der täglichen Mobilität. Die Ausstattung des Fahrradspeichers ist gut gelungen. Bedauerlich ist, dass durch die Lage des Hauses am Südausgang des Bahnhofs die Parksituation für Fahrräder am Haupteingang auf der Nordseite nur wenig verbessert wird. Die Anfahrtswege sind bereits für das heutige Radaufkommen kaum ausreichend. Der ADFC fordert daher weiterhin sichere Abstellflächen für Fahrräder am Haupteingang des Bahnhofs. Lesen Sie hier mehr.

Nürnberg wieder von der AGFK (Arbeitsgemeinschaft Fahrrad-freundlicher Kommunen in Bayern) zertifiziert

Nürnberg ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) in Bayern, die eigentlich eine Arbeitsgemeinschaft der Kommunen ist, die fahrradfreundlich werden wollen. Vor sieben Jahren erhielt Nürnberg von dieser als erste Stadt in Bayern das Zertifikat „Fahrradfreundliche Kommune“, was damals nach den Worten der NN zu „viel Hohn und Spott“ führte.

Jetzt wurde Nürnberg wieder von einer Kommission der AGFK besucht und überprüft, u. a. im Rahmen einer Radtour. Und wieder erhielt die Stadt das Zertifikat „Fahrradfreundliche Kommune“ diesmal allerdings mit der Klarstellung, dass es sich um einen Auftrag und eine Zielsetzung handelt, nicht um eine Zustandsbeschreibung. Kritische Anmerkungen der Kommission gab es insbesondere zum Baustellenmanagement, zur Qualität und Aktualität der Fahrrad-Wegweisung und zum Unterhalt der vorhandenen Radverkehrsinfrastruktur. Zu beachten ist dabei, dass manches, was den Nürnberger Radlerinnen und Radlern besonders „auf den Nägeln brennt“, nicht in das Beurteilungsschema der AGFK fällt, das sich sehr an der Einhaltung von Richtlinien und Regelwerken orientiert.

Der ADFC Kreisverband wurde im Vorfeld befragt, Fragebogen und Antworten finden Sie hier.

Sperrung der Bergstraße beibehalten!

Seit Anfang des Jahres ist die Bergstraße am nördlichen Sebalder Platz für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt. Nach Berichten von Radlern hat das auch für sie positive Auswirkungen: „Vorher wurde ich morgens bergauf regelmäßig auf Höhe der Altstadtapotheke / Verengung von überholenden Autos abgedrängt. Häufig kamen mir Autofahrer verbotswidrig entgegen. Bei der Fahrt bergab wurde der Sicherheitsabstand wenig bis gar nicht eingehalten. Daher genieße ich die aktuelle Situation.“ Andere sprechen von „aggressiven Schleichweg-Rasern“ unter den Autos, die sie vor der Sperrung belästigten.

Die Nutzung der Bergstraße bietet sich z. B. an, um durch das Tiergärtnertor in die Altstadt bzw. aus ihr heraus zu fahren. Der ADFC tritt deshalb dafür ein, dass der Durchgangsverkehr für Kfz weiterhin unterbunden wird.

Gute Nachbarschaft von „Stehender Welle“ und Pegnitztalradweg entsteht nicht von allein, sondern muss organisiert werden!

ADFC verlangt Unterlagen für die Verkehrsplanung zur „Stehenden Welle"

Im Pegnitztal nahe der Adolf-Braun-Straße entsteht jetzt eine „Stehende Welle“ für Surfsportler. Am 24.07.2020 ist der erste Spatenstich.

In unmittelbarer Nähe verläuft der Pegnitztalradweg. Konflikte zwischen Radler*innen und den Surfer*innen und ihren Zuschauer*innen sollten frühzeitig entschärft werden.

Der ADFC hatte darum schon vor fast zwei Jahren das erste Mal gefragt, wie die „Stehende Welle" erschlossen werden soll, aber immer keine Auskunft erhalten, weil noch keine Festlegungen getroffen worden seien. Auch in den derzeit im Internet einzusehenden Unterlagen sind immer noch keine Angaben zur Erschließung enthalten.

Der ADFC befürchtet, dass der Rad-/Gehweg im Pegnitzgrund für bestimmte PKW-Fahrten freigegeben wird. Vor allem aber befürchten wir, dass viele Surfer mit dem Auto kommen, da die nächsten ÖPNV-Haltestellen weit entfernt sind (Brettergartenstraße bzw. U-Bahnhof Muggenhof) und Surfbretter schlecht mit dem Fahrrad zu transportieren sind. Ungeklärt ist, wo die Surfer anhalten und ausladen, wo sie parken. Schon heute wird der Radverkehr auf dem Radweg entlang der Adolf-Braun-Straße öfters durch den Kfz-Parkverkehr zu den Sportplätzen im Pegnitzgrund behindert.

Ungeklärt ist auch, welche Wege die Zuschauer*innen nehmen können, ohne den ohnehin schon stark belasteten Rad-/Gehweg im Pegnitzgrund benutzen zu müssen.

Da immer noch keine Unterlagen öffentlich zur Verfügung stehen, befürchtet der ADFC, dass auch hier mal wieder darauf gesetzt wird, „dass es sich schon irgendwie regeln wird", weil Radler*innen und Fußgänger*innen ja flexibel seien und nicht viel Platz bräuchten. Einfach so wird aber eine gute Nachbarschaft von Stehender Welle und Pegnitztalradweg nicht entstehen.

Den ersten Spatenstich am 24.07.2020 nimmt der ADFC daher zum Anlass, einmal mehr zu fordern, dass ein Erschließungskonzept umgehend vorgelegt und öffentlich zu Diskussion gestellt wird.

Nürnbergs Radlerinnen und Radler lassen nicht locker – Pop-up-Bike-Lanes auch bei uns!

Trotz der Corona-Einschränkungen sind Nürnbergs Radlerinnen und Radler aktiv. Nach der Wiederaufnahme der Unterschriftensammlung für den Radentscheid wurde an Himmelfahrt erstmals eine Veranstaltung nicht vollständig abgesagt. Die eigentlich geplante Ringstraßen-Demo wurde als Halbring gefahren und ohne Kundgebungen durchgeführt. Und trotz sehr eingeschränkter Werbemöglichkeiten kamen deutlich über 300 Radlerinnen und Radler und demonstrierten für die Ziele des Radentscheids!

Am Samstag hatte dann Greenpeace eine Spur der Bayreuther Straße nördlich der Martin-Richter-Straße für eine Stunde in eine Pop-up-Bike-Lane verwandelt. Die Teilnehmerzahl war dann so groß, dass es so eng wurde, wie wir es auf Bike-Lanes zukünftig eigentlich gar nicht haben müssen.

Auch die vom VCD initiierte Online-Petition für die Einrichtung von Po-Up-Bike-Lanes in Nürnberg verzeichnet ein super Ergebnis. Der aktuelle Unterschriften-Stand ist hier zu sehen, natürlich auch die Möglichkeit noch selbst zu unterschreiben.

Jetzt ist die Stadt gefordert, ihre Haltung zu revidieren und auch in Nürnberg kurzfristig Pop-Up-Bike-Lanes zu schaffen, um gerade jetzt Alternativen zum Autoverkehr zu bieten. Streckenvorschläge gibt es inzwischen genug: Bayreuther Straße, Fürther Straße, Plärrer, Maximilianstraße, Altstadtring zwischen Rathenauplatz und Plärrer, der Plärrer selbst…

ADFC begrüßt die Vereinbarung von CSU und SPD verhalten

Die Ankündigungen im Kapitel Radverkehr in der Vereinbarung zwischen CSU- und SPD-Fraktion vom 07.05.2020 gehen in die richtige Richtung, reichen aber mit Sicherheit noch nicht aus, um Nürnberg wirklich fahrradfreundlich zu machen. Vor allem aber erwarten wir von der Rathausmehrheit jetzt rasche Taten zugunsten des Radverkehrs, nicht nur Ankündigungen.

Nach den Erfahrungen der letzten drei Jahre ist es vor allem wichtig, dass der Radverkehrsetat wirklich rasch auf 10 Mio. € hoch gefahren wird und es auch nicht bei dieser Zielmarke bleibt. Die Erfahrung zeigt, dass ein höherer Etat auch immer dazu genutzt wird, Projekte mitzufinanzieren, die aus anderen Anlässen angegangen werden. Dabei wird nicht immer sehr genau darauf geachtet, was wirklich allein durch Verbesserungen für den Radverkehr verursacht wurde. Dies gilt es in der Zukunft zu verhindern. Besonders weil das Geld nach der Krise knapper sein wird, muss hier genauer hingeschaut werden. Auf jeden Fall wird der angekündigte Etat nicht reichen, wenn wirklich einmal größere Projekte zugunsten des Radverkehrs, wie z.B. eine neue Unterführung der Ringbahn oder eine Brücke über den Rangierbahnhof zur neuen Uni angegangen werden.

Auch die „Radvorrangrouten“ sind ein gutes Ziel. Ihre „priorisierte Überführung in das Bauprogramm“ darf aber nicht bedeuten, dass andere Vorhaben zurückgestellt werden, um die Vorrangrouten „abzuwarten“. Das Fahrrad ist auch ein Verkehrsmittel für die Erschließung der Fläche. Möchte jemand mit dem Rad von Herpersdorf nach Fischbach, wäre es nur ein schwacher Trost,  zu wissen, dass er relativ gut in die Innenstadt radeln könnte. Darum müssen die Radvorrangrouten untrennbar mit einem flächendeckenden Netz zusammen gedacht, geplant und gebaut werden.

Der neue Stadtrat sollte es sich das Minimalziel setzen, bis zum Ende seiner Amtszeit 2026 an allen Hauptverkehrsstraßen Radwege zu bauen wie es der Radentscheid fordert.

Weiterhin alle Veranstaltungen abgesagt

Wegen der Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote im Zuge der Corona-Krise hat auch der ADFC Nürnberg alle Veranstaltungen abgesagt. D. h. es finden bis voraussichtlich Ende Juni 2020keine geführten Radtouren statt, der Infoladen ist bis zum 03. Mai 2020 geschlossen, die Codier-Termine entfallen, der erste Kurs der Fahrradfahrschule ist abgesagt, in der Geschäftsstelle finden keine Treffen von Arbeitsgruppen statt usw. usf.. Die Verteilung des Touren-Programms war bis zur Öffnung der Fahrradläden unterbrochen.

Aber: Unsere Bürokräfte arbeiten weiter, nehmen telefonische Anfragen oder E-Mails entgegen und leiten diese ggf. weiter. Die AG Verkehr und der erweiterte Steuerungskreis führen ihre Sitzungen als Video-Konferenzen durch und versuchen, sich auch unter diesen schwierigen Bedingungen für die Interessen der Radlerinnen und Radler einzusetzen (Details siehe unter Radverkehr – Themen).

Wie die Arbeit allmählich wieder ausgeweitet werden kann, hängt entscheidend von den Vorgaben des Freistaates ab. Hinweise gibt es an dieser Stelle, sobald wir mehr wissen.

Bleibt gesund, bzw. für alle, die es erwischt hat: werdet bald wieder ganz gesund!

Vom Radstreifen zur Bushaltestelle?

Schon im Juli 2019 war es der AG Verkehr aufgefallen: „Und plötzlich ist da eine Bushaltestelle.“ An der Ostseite des Leipziger Platzes wurde ein Stück des Radstreifens demarkiert und in eine Bushaltestelle umgewandelt, an der Busse der Ringbuslinie auf ihren Einsatz warten (siehe Bild). Anfangs gingen wir nur von einer kurzen Dauer aus (Busfahrer meinten, das würde „bis August“ so bleiben) und haben die Regelung hingenommen, wenn auch etwas murrend. Inzwischen zeigt sich aber, dass die Wegnahme des Radstreifens bis Herbst 2022 dauern soll. Am 01. März 2020 hatten wir darum SÖR und VAG aufgefordert, den Radstreifen baldigst wieder herzustellen. „Radverkehrsanlagen sind keine Verfügungsmasse, die dem ÖPNV auf Wunsch beliebig zur Verfügung gestellt werden können. Als besonderes Problem kommt an dieser Stelle hinzu, dass die  Busse dort länger stehen, nicht nur kurz halten, sodass man/frau dort nicht - wie an anderen Haltestellen - die meiste Zeit wie gewohnt radeln kann, was auch immer ausgeschildert sein mag. Besonders nachteilig ist zudem, dass Radler*innen, die sich links an einem wartenden Bus vorbeitrauen, erst sehr spät einen freien Blick auf die Ampel vor dem Fußgängerüberweg haben. Auch für Radler*innen, die aus der Mommsenstraße nach links (Süden) abbiegen wollen, ist die Sicht schlechter geworden.“

Später berichtete auch der Stadtanzeiger der NN über das Thema; er wurde offensichtlich von anderen Radlern darauf aufmerksam gemacht. Aus dem Artikel ergibt sich, dass das Verkehrsplanungsamt von Anfang an gegen diese Regelung war, sich aber nicht durchsetzen konnte. Nach Lockerung der Corona-Beschränkungen fand dann noch ein Ortstermin statt, leider ohne Einladung an den ADFC. Im Ergebnis wurden offensichtlich alle Vorschläge aus dem Verkehrsplanungsamt durch SÖR abgelehnt. Es wurde lediglich eine Umleitung von der Mommsenstraße über einen Parkplatz und einen Rad-/Gehweg ausgeschildert, die Radler*innen aus der Elbinger Straße und in südlicher Richtung nichts nützt. Wir haben daher am 09.06.2020 noch einmal an den 3. Bürgermeister als Ersten Werkleiter von SÖR geschrieben, siehe hier.

Vor der neuen Konzerthalle: Kein Platz für guten Radweg gesichert, nur für “Kompromiss“!

Den Wunsch des ADFC, im Bebauungsplan für die neue Konzerthalle den Platz für einen eigenständigen Radweg zu sichern, wurde nicht erfüllt. Angestrebt wird nur „ein guter Kompromiss“. Als „Kompromiss“ wurden aber auch die schlechten Lösungen in der Labenwolfstraße oder am Maxtorgraben bezeichnet. Der ADFC hatte darum noch einmal bei den Stadträt*innen interveniert. Die Entscheidung wurde zwar am 28.04.2020 noch einmal vertagt, am 11. Mai 2020 hat der neue Stadtrat dann aber den Bebauungsplan mit Mehrheit unverändert beschlossen. Lest die ausführliche Darstellung hier.

© ADFC Nürnberg 2021

Radtouren

In Bewegung bleiben - Indian Summer im Pegnitztal

Sa, 06.11.2021 12:00 - 16:30
Ort: Nürnberg, Hauptbahnhof Südausgang, 90459 Nürnberg
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Veranstaltungen

Radlertraum in grün und türkis – Sardinien

Mi, 03.11.2021 19:30 - 22:00
Ort: Kulturladen Loni-Übler-Haus, Marthastr. 60, 90482 Nürnberg
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Georgien under construction

Fr, 26.11.2021 19:30 - 21:30
Ort: Adam-Klein-Straße 6, 90429 Nürnberg
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