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Fahrradmitnahmekapazitäten der Bahn rund um Nürnberg – Situation im Jahr 2016

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die folgende Aufstellung dem derzeit aktuellen Stand entspricht. Aus Betriebsgründen können sich kurzfristig Änderungen beim Einsatz des unter­schiedlichen Wagenmaterials ergeben. 

Richtung Norden

Bamberg / Lichtenfels / Sonneberg / Jena / Schweinfurt

Es fährt der „Franken-Thüringen-Express“ mit Zuggarnituren, die auch bei der S-Bahn Nürnberg eingesetzt werden (gleicher Fahrzeugtyp, jedoch mit angepaßter Inneneinrichtung). Das bisherige Konzept hat sich aus diversen Gründen, u.a. auch der mangelhaften Radmitnahmekapazität, nicht sonderlich be­währt, eine Besserung ist in naher Zukunft jedoch nicht zu erwarten. Wenn die Tour nicht über Bam­berg hinaus geht, wird daher empfohlen, die mit größerer Mitnahmekapazität ausgestattete S-Bahn zu benutzen, zumal die Fahrzeit nicht wesentlich länger ist.

Achtung: Im Zuge des Neu-/Ausbaues der Schnellfahrstrecke nach/von Erfurt wird die Hauptstrecke zwischen Lichtenfels und Bamberg vom 11. Januar bis 4.September 2016 komplett gesperrt. Eine Alternative nach Lichtenfels besteht durch eine stündlich durchgehende Fahrmöglichkeit über Bayreuth.
Zwischen Bamberg und Lichtenfels besteht Schienenersatzverkehr. An Samstagen, Sonntagen und Ferientagen sind dabei u.a. auch Busse mit Fahrradanhänger im Einsatz, bei denen pro Fahrt 8 Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen. Die entsprechenden Informationen hängen in Bamberg und Lichtenfels aus, werden wegen der beschränkten Mitnahmekapazität aber nicht über die allgemeinen Auskunftsmedien propagiert.

Zwischen Nürnberg und Bamberg bleibt ganztägig und auch am Wochenende ein Halbstunden-Takt von 7 bis 20 Uhr (Sa) bzw. 12 bis 21 Uhr (So) bestehen (RE bzw. S-Bahn). Die zweistündliche Franken-Thüringen-Express-(FTX)-Verbindung von Nürnberg über Bamberg und Schweinfurt nach Würzburg ist von der Streckensperrung nicht betroffen. Neu ist für die Zeit der Totalsperrung eine stündliche umsteigefreie Verbindung von Nürnberg über Bamberg nach Würzburg.

Hof / Bayreuth / Kulmbach / Cheb

Im Stundentakt wird wechselweise über Bayreuth oder Marktredwitz Richtung Hof gefahren, die Fahrzeiten sind praktisch identisch. Die Fahrradmitnahme in den Dieseltriebzügen Richtung Hof/Bayreuth/Cheb wird jetzt im elektronischen Kursbuch und anderen Medien angezeigt.

Wegen der fertiggestellten Elektrifizierung Dresden – Hof gibt es keine durchfahrenden Züge nach Dresden mehr. In Hof besteht direkter Umstieg in einen RE nach Dresden; dasselbe gilt auch in der Gegenrichtung. Ab Sommerfahrplan im Juni 2016 übernimmt die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) die Strecke nach Dresden. Statt der derzeitigen Doppelstockzüge wird dann mit einstöckigen Triebzügen des Typ Coradia Lirex 440.2 (wie nach Würzburg; s.u.) gefahren. Zur Fahrradmitnahmekapazität ist hier noch nichts bekannt. 

Via Bayreuth besteht eine Verbindung über Kulmbach nach Lichtenfels und zurück (vorübergehend im Stundentakt zur teilweisen Kompensation der Streckensperrung zwischen Lichtenfels und Bamberg, s. oben.)

Nach Cheb (Eger) verkehren direkt von Nürnberg täglich vier Zugpaare und zurück fünf Zugpaare. In den Zwischenlagen muss in Marktredwitz in die Oberpfalzbahn umgestiegen werden, was jedoch kaum Zeitverlust ggü. dem Direktzug bedeutet. Wer weiter Richtung Prag will, kann ab Cheb jetzt anschlussgünstig zu den direkten RE-Zügen mit Schnellzügen weiter fahren, die reservierungspflichtige Fahrradmitnahme haben. Zu empfehlen mit dem Rad ist trotzdem die Fahrt über Schwandorf (ab Schwandorf mit dem Alex nach Prag, s. u.).

Gräfenberg

Die Gräfenbergbahn verkehrt vom Nordostbahnhof Richtung Fränkische Schweiz mit Dieseltrieb­zü­gen. Die Züge verkehren zu Hauptlastzeiten in Doppeltraktion und bieten dadurch eine Mitnahme­kapazität von bis zu 24 Rädern. An Wochenenden sind die Züge jedoch oft mit sonstigem Freizeit­verkehr stark ausgelastet.

Richtung Westen/Südwesten

Neustadt Aisch / Würzburg

Hier fährt die „Mainfranken-Bahn“ mit den Triebzügen Typ Coradia Lirex bis Neustadt/Aisch als RE/RB, bis Würzburg als RE. Die Züge werden je nach Auslastungszeit von Einfach- bis Dreifach­traktion ge­fa­hren. Es kommt bedarfsgerecht die sog. „Winter-/Sommerbestuhlung“ zum Einsatz, zur Fahrradsaison stehen ent­sprechend mehr Transportkapazitäten zur Verfügung.

Markt Erlbach

Mehrere durchgehende umsteigefreie Verbindungen ohne festes Taktgefüge gibt es nach Markt Erl­bach und zurück von Nürnberg Hbf. Es wird mit den gleichen  Triebzügen wie z. B. nach Neuhaus/Peg., Gräfenbergbahn gefahren. Diese bieten ein Mehrzweckabteil mit guter Fahrradkapazität.

Ansbach / Stuttgart

Diese Relation dürfte als nicht problembelastet angesehen werden. Die RE-Züge nach Stuttgart über Ansbach und Crailsheim werden weiter mit den alten Nah­verkehrswagen bestückt und bieten im Steuerwagen ein Radabteil. Bis Ansbach verkehrt zusätzlich die S-Bahn.

Rothenburg o.d. Tauber

Für Touren z.B. im Taubertal hat man zwei Fahrmöglichkeiten: entweder über Ansbach oder Neustadt a.d. Aisch. Die Verbindung über Ansbach ist nicht nur die schnellere, sondern auch von der Trans­port­kapazität her besser geeignet. Man fährt dem mit RE Richtung Stuttgart oder den neuen komfortablen S-Bahn-Zügen und steigt in Ansbach (RB Richtung Würzburg) und Steinach um. Zu beachten ist jedoch, dass der Dieseltriebzug von Steinach nach Rothenburg häufig überbelegt ist. Der Zug gleichen Typs fährt auch von Neustadt/Aisch bis Steinach und ist auch dort stark frequentiert, zudem sind die Züge über Neustadt/Aisch ca. 20-25 Min. langsamer als über Ansbach. Für die Rückfahrt gilt dasselbe.

Richtung Süden

Treuchtlingen / Altmühltal / Augsburg

Bis Roth stehen die RE-Züge mit Doppelstockwagen sowie die S-Bahn mit älterem Wagenmaterial zur Verfü­gung. Nach Treuchtlingen und weiter ins Altmühltal verkehren die bewährten Doppelstock-Züge mit ausreichender Kapazität. Die nach München ohne Umstieg in Treuchtlingen durch das Altmühltal fahrenden Züge fahren nur noch als Regionalbahn und halten an jeder Station.

Wer über Treuchtlingen hinaus Richtung Augsburg will, sollte einen durchgehen­den direkten RE neh­men, der mit Doppelstockwagen gefahren wird. Ansonsten muss in Treuchtlingen in den Fugger-Express umgestiegen werden, der mit den 440er Triebzügen verkehrt (wie Mainfrankenbahn, allerdings zur Zeit noch mit schlechterer Ausstattung).

Allgäu / Bodensee

Richtung Allgäu / Bodensee fährt an Wochenenden zu früher Abfahrtzeit in Nürnberg kurz nach 7 Uhr der Allgäu-Franken-Express (AFX). Rückkunft ca. 22:30 Uhr aus Lindau / Oberstdorf. Der Zug wird mit 612er-Triebzügen gefahren, Kapazität eingeschränkt; auch hier ist die Fahrradmitnahme in einschlä­gigen Fahrplanmedien aufgrund latenter Überlastung nicht vermerkt. Achtung: Wegen einer Tunnelsanierung ist die Strecke zwischen Immenstadt und Hergatz vom 03.04. bis 20.10.2016 gesperrt. Der AFX fährt deshalb regulär nur nach Oberstdorf. Nach und von Lindau muss man in Buchloe in RE-Züge über Memmingen umsteigen, die Fahrtdauer verlängert sich um ca. 35 Minuten. 

Ingolstadt / München

Beim München-Nürnberg-Express wird bis zur Indienststellung der neuen MNE-Doppelstockzüge von Škoda Plzen (vsl. im Dezember 2017) ein sog. Übergangskonzept mit "Kurzläufer-Zügen" gefahren. Das Kurzläufer-Konzept bedeutet, einige MNE pendeln zwischen Nürnberg-Ingolstadt-Nürnberg; weiter nach bzw. von München muss in diesen Fällen in einen RE mit Doppelstockwagen umgestiegen werden. Das verstärkte Zugangebot Richtung Ingolstadt ersetzt auch einige der zuvor zwischen Nürnberg und Allersberg pendelnden RB-Züge.

Achtung, seit Sommer 2015 verkehren einige der Züge des München-Nürnberg-Express ohne Steuerwagen. Dadurch können weder Fahrräder noch Kinderwagen oder Rollstühle mitgenommen werden. Erkennbar ist dies in der elektronischen Fahrplanauskunft am Ausrufezeichen beim Zugfahrplan; dort ist der entsprechende Text hinterlegt. Bei den mit Steuerwagen verkehrenden Zügen ist die Fahrrad-Mitnahmekapazität strikt auf 16 Fahrräder beschränkt. Aufgrund der hohen Fahrgastfrequenz und der begrenzten Kapazitäten kann es zu Engpässen bei der Fahrradmitnahme kommen, das gilt insbesondere am Wochenende früh zwischen 06:30 und 09:10 Uhr ab Nürnberg sowie für die Rückfahrt ab München zwischen 18:00 und 20:00 Uhr. Eine Ausweichmöglichkeit bieten die RE-Züge über Regensburg-Landshut (z.B. ab Nürnberg 07:35 Uhr).

Richtung Osten / Nordosten / Südosten

Schwandorf / Furth i. Wald / Weiden / Regensburg über Schwandorf

In diesen Relationen verkehren Dieseltriebzüge, teilweise leider nur als Einfachgarnitur. Auch der durch­laufende Früh-RE nach Furth i. Wald fährt als Einzelgarnitur (Mitnahmekapazität ca. 10 Fahrräder). Wer nach Prag mit dem Rad will, muss in Schwandorf in den Alex-Zug umsteigen, kann dies aber bei gleicher Fahrzeit mit direktem RE nach Cheb auch tun und weiter die tschechischen Schnellzüge benützen (s.o.).

Passau

Während fast der gesamten Sommerzeit (25.03. – 09.10.2016) verkehrt an Wochenenden und Feiertagen Richtung Passau ein schneller Fahrradtransportzug mit Doppelstockwagen. Er ist die einzige durchgehende Regionalzugverbindung nach Passau. Abfahrt in Nürn­berg um 07:05 Uhr, Rückfahrzeit ab Passau 18:31, bei guter Einschlichtung Platz für ca. 40 Räder. Der Zug bedient wohlbekannte Fahrradwege wie Donau-, Fünf-Flüsse-, Vilstal-, Altmühl- und Tauern­radweg und ist auch das „Tor“ zum Bayerischen und Böhmerwald. Bei Letztgenannten ist ein Umstieg in Plattling in die Waldbahn Richtung Bayerisch Eisenstein erforderlich.

Neumarkt / Regensburg

Bis / von Regensburg stehen Fahrtmöglichkeiten mit RE-Doppelstockzügen (2-stündlich) bzw. den Agilis-Zügen (440er Coradia Lirex, stündlich mit Umsteigen in Neumarkt zur S-Bahn nach Nbg.) zur Verfügung. Die Kapazitäten für Fahrradmitnahme sind ausreichend; auch Agilis setzt auf Winter-/Sommerbestuhlung. Die S-Bahn ab Neumarkt bietet in den neuen Zügen ebenfalls ausreichend Platz für Räder.

S-Bahn Nürnberg

Die Züge der Baureihe 442 der Nürnberger S-Bahn (wegen ihres Aussehens auch „Hamster­backe“ genannt) bieten ausreichend Platz für Räder. Die S 2 von Altdorf nach Roth wird weiterhin mit dem bisherigen älteren Wagenmaterial gefahren. Hier muss man, da kein Mehr­zweckabteil vorhanden ist, die Einstiegs­bereiche nutzen. Ein Ausschluss für die Fahrradmitnahme gilt mittlerweile nur noch in wochentags den Morgenstunden.

Weitere Informationen

Generell ist zu empfehlen, sich rechtzeitig vor einer geplanten Bahnfahrt über eventuelle Abweichungen vom Regelfahrplan zu informieren. Auskunft über Fahrplanänderungen bzw. Schienenersatzverkehr ist über die Fahrplanauskunft sowie ergänzend über http://bauarbeiten.bahn.de/bayern zu erhalten.

Weitere Informationen zur Fahrradmitnahme in Bayern findet man in der Homepage der Bahn. Hier wird auch regelmäßig eine Kapazitätsengpassliste veröffentlicht (Liste für 2016 ab April einsehbar).

Zur Planung der Umsteigewege ist die Stationsdatenbank der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) ein gutes Informationsmedium. In ihr befinden sich alle bayerischen Stationen mit Fotos und Haltepunkt-/Bahnhofsplänen und weiteren Informationen dazu.

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