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Verhaltenscodex für Reisende mit Fahrrad in der Bahn

Ein zu transportierendes Rad stellt eindeutig ein Sperrgut dar, das leicht Schäden anrichten oder beschädigt werden kann. Beim Transport in einem Reisezug zeigt sich deshalb jedes Fahrrad von seiner weniger schönen Seite: Pedale können sich in den Speichen eines Nachbarn verhaken, Lenker, Brems- und Schaltgriffe können sich verheddern. Die Gepäck und Taschen nehmen Platzkapazität können aber auch als Puffer zwischen den Rädern dienen. Schwierig wird der Einstieg oder Ausstieg mit Rädern bei hohen, engen Einstiegen, besonders wenn sie mit viel und schwerem Gepäck beladen sind. An bestimmten Tagen, sowie auf Zubringer- und Abfuhrstrecken zu beliebten Fahrradrouten treffen viele Radler aufeinander und können Probleme verursachen, die aber bei guter Kooperation aller Beteiligten zu bewältigen sind. Deshalb:

1. Machen Sie das eigene Fahrrad transporttauglich

Den Lenker, das ausladendste Teil, nur schulterbreit halten. Dies ist auch ergonomisch richtig. Körbe dürfen nur dann aufs Rad, wenn sie per Schnellverschluss entfernbar sind.

2. Überprüfen Sie das eigene Gepäck auf Transporttauglichkeit

Es sind nur noch Transporttaschen akzeptabel, die mit Schnellverschlüssen nach dem System Ortlieb ausgestattet sind, denn eines sollte klar sein: Spätestens beim Einstellen der Räder im Zug muss das Gepäck runter vom Rad. Deshalb muss auch jedes Gepäckstück so befestigt sein, dass es schnell abgebaut ist. Zusatzsicherungen können schon vor dem Verladen entfernt werden.

3. Handeln Sie durchdacht beim Ein- und Ausladen

Nehmen Sie Kontakt zu anderen Radreisenden auf. Helfen Sie sich gegenseitig. Legen Sie bei Gruppen die Arbeitsteilung vorher fest. Scheuen Sie sich nicht, die Initiative zu ergreifen und koordinierend einzugreifen. Laden Sie Gepäck evtl. bei einer anderen Türe ein. Räder erst mal rein in den Zug, aufgeräumt werden kann später. Sortieren Sie die Räder so, dass diejenigen vorne stehen, welche als erste raus müssen. Hängen Sie leichte Räder auf, stellen Sie schwere unten hin. Achten Sie darauf, dass wirklich jeder Ständer genutzt werden kann. Kampf dem Egoismus!

Die Türen moderner Nahverkehrszüge verfügen über breite Türen und tiefe Einstiege, schließen aber automatisch. Blockieren Sie den Schließvorgang, indem Sie ein Gepäckstück oder einen Mitreisenden vor den Türflügel stellen. Die eingebaute Lichtschleuse verhindert dann das automatische Schließen.
Wer einen eigentlich reservierungspflichtigen Zug benützen will, sollte den Zugführer (rote Armbinde, bei der ÖBB goldene Kordel an der Mütze) fragen, ob noch Platz ist.

Wenn sich der Zielbahnhof nähert, tauchen sie rechtzeitig im Fahrradabteil auf. Helfen sie auch hier zusammen.

Erkunden Sie beim Planen einer Reise die Zugverbindungen genau. Lieber längere Zugfahrzeiten akzeptieren, als zu oft umsteigen zu müssen.

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