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Radfahrende an der Zählstelle Königstorgraben: Die zweite Million

24.4.2018

Am 14. April 2018 wurde die oder der zweimillionste Radfahrerende an der Zählstelle am Königstorgraben vor dem Künstlerhaus gezählt. Die erste Million war am 22. September 2016 erreicht worden, am Tag 428 des Betriebs der Zählstelle. Bis zur zweiten Million hat es etwas länger gedauert; mit 568 Tagen waren es 140 Tage mehr.
Der Grund für die längere Dauer war der Umbau des Bahnhofsvorplatzes, der von Ende April bis November 2017 massive Beeinträchtigungen für den Radverkehr mit sich brachte. In den ersten drei Monaten war die Weiterfahrt entlang des Altstadtrings komplett gesperrt, danach mit Hindernissen (Ein- und Ausstieg für Taxis auf dem Radweg; Einengung beim früheren U-Bahnaufgang am Handwerkerhof) wieder offen. Umleitungen führten über Frauentormauer und Hintere Sterngasse oder auch durch die Lorenzer Straße und die Theatergasse. (Ohne Baustelle hätte die zweite Million im November 2017 erreicht werden können. Wegen des Winters mit dem geringeren Radverkehr hat es dann noch einmal etwas länger gedauert: bis Mitte April statt Anfang März.)
Im Kalenderjahr 2017 wurden mit 661.415 vor dem Künstlerhaus passierenden Fahrrädern 160.828 oder 19,6% weniger gezählt als 2016 (822.243). Während der Bauphase vom 24.4. bis zum 30.11. 2017 waren es 145.622 oder 24,4% weniger als in der Vergleichszeit des Vorjahres.
Die unten stehende Grafik zeigt die Entwicklung der gezählten Fahrräder an Werktagen im Wochenmittel im Vergleich 2017 zu 2016 (plus Startphase in 2015 und Beginn des Jahres 2018). Die typische Differenz aus der Bauzeit wird anhand der durchgezogenen blauen und grünen Linien mit den gleitenden Mittelwerten der Wochenergebnisse deutlich (7-Wochen-Mittel). Im Maximum fuhren an Werktagen über längere Zeit hinweg 1.200 Radler und Radlerinnen weniger pro Tag am Künstlerhaus vorbei; das war ein Drittel weniger als im Jahr zuvor.
 
Wie geht es weiter? Die ersten Wochen des Jahres 2018 waren wärmer als 2017 (+3,2° statt -1,9°) und animierten mehr Menschen zum Radfahren als im Vorjahr. Die Kalenderwochen 8 und 9 waren in 2018 mit -6,4° ziemlich kalt und in 2017 mit +4° recht warm; in der Folge gab es im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang. Die warmen Temperaturen in den letzten drei Wochen haben einen steilen Anstieg der gezählten Fahrräder mit sich gebracht.

Radverkehr in der südlichen Altstadt - Neues Positionspapier des ADFC

4.3.2018

Nach ungefähr zwanzig Jahren läuft wieder eine Stadterneuerungs-Maßnahme im Bereich Altstadt-Süd. Der ADFC ist im begleitenden Meinungsträger-Kreis vertreten. Aus diesem Anlass haben wir unsere im Rahmen der letzten Stadterneuerungs-Maßnahme Ende der 90er Jahre zusammen gestellten Positionen überarbeitet und aktualisiert. Allerdings besteht wenig Hoffnung, dass unsere Vorschläge im Rahmen der Stadtsanierung durchgesetzt werden können. Beim letzten Mal berichtetet zwar die Presse so, als ob die Wünsche des ADFC für die Stadt quasi Befehl seien, tatsächlich passierte aber so gut wie nichts. Wir müssen also für unsere Positionen auch auf vielen anderen Wegen werben.

Gefahrenpunkt nicht auf Kosten der Radfahrer beseitigen!

24.1.2018

An der Kreuzung Äußere Bayreuther Straße/ Leipziger Platz kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen geradeausfahrenden Radfahrern und rechtsabbiegenden Fahrzeugen Richtung Kieslingstraße. Seit 2009 ereigneten sich acht entsprechende Verkehrsunfälle. Die Stadtverwaltung plant deshalb, die Kreuzung umzubauen. Allerdings beinhaltet die vorgeschlagene Lösung auch eine erhebliche Benachteiligung für Radfahrer. Wir haben uns deshalb mit einem Schreiben an die Verwaltung und die Stadtratsfraktionen gewandt.
Die Planungen der Stadt finden Sie hier.

Keine gute Lösung für die neue Ikea-Zufahrt

16.1.2018

An der Einfahrt zur neuen IKEA an der Regensburger Straße wird es keine gute Lösung für den Radverkehr geben. Die Stadtverwaltung argumentiert – abgesegnet vom Stadtrat -  höchst erstaunlich:
"Nicht höhengleiche  Kreuzungen sind nicht geplant, da Steigungen von Brücken oder Unterführungen als unangenehm empfunden werden. Zudem würde mit einer Unterführung ein Angstraum empfunden, mit einer Überführung würde der zu erhaltende Gehölzstreifen von der Rampe verdeckt werden". Wenn das stimmen würde, wäre z. B. die Unterführung von der Senefelder Straße zur Georg-Buchner-Straße unter der Ringbahn (auf der ausgeschilderten Radroute aus der Altstadt nach Ziegelstein, Buchenbühl usw., siehe Bild)) auch ein Angstraum und würde wegen unangenehmen Gefälle wohl eher gemieden. Tatsächlich wird diese Strecke täglich von hunderten Radler/innen genutzt, ein schönen Sommertagen sicher von weit mehr als 1.000.
Sicher kann man Unterführungen so bauen, dass sie unangenehm sind und zu Angsträumen werden, man muss es aber nicht. Auch die Nürnberger Bauverwaltung hat schon vor Jahrzehnten Unterführungen realisiert, die von Radfahrern heute intensiv genutzt werden. Selbst an der Kressengartenstraße, wo die Ausfahrt aus dem Tunnel mit Umlaufsperren gesichert ist, weil die Strecke ursprünglich nur für Fußgänger gebaut wurde, herrscht reger Radverkehr im Tunnel. Und das, obwohl es inzwischen auch eine oberirdische Alternative mit Ampel gibt.
So stellt sich die Frage, ob nicht tatsächlich andere Gründe für die Ablehnung einer Unterführung entscheidend waren, die nicht öffentlich genannt werden.
Die Auswirkungen des deutlich zunehmenden Verkehrs auf der Zufahrt werden im Text verharmlost: "Im Alltag ist ... mit keiner zusätzlichen Behinderung zu rechnen"; wann ist dieser Alltag? "Es wird aber darauf geachtet, dass für Radfahrer kein erheblicher Nachteil entsteht"; was ist erheblich? Nachteil gegenüber heute oder nur gegenüber im Stau stehenden Autos? In der Vorlage für den Stadtplanungsausschuss war es klar in Zahlen formuliert: "muss die Umlaufzeit aller Lichtsignalanlagen der Regensburger Str. von der Stadtgrenze bis zum Ben.-Gurion-Ring von 75 auf 100 Sekunden erhöht werden".  D.h. die Wartezeiten bei Rot an der Ampel werden länger.
Unklar bleibt z. B. die Rolle von Ikea selbst, das die Kosten einer Unterführung überwiegend hätte tragen müssen. Anfangs hatte das Unternehmen sich sehr offen für Anregungen gegeben, z. B. im „Bürgerforum“ von nordbayern.de. Der Wunsch, die Radler nicht lange an roten Ampeln an der Einfahrt warten zu lassen, war Ikea daher durchaus bekannt. Zu einem Engagement zugunsten einer Unter- oder Überführung hat das aber jedenfalls nicht geführt.
Zu fragen ist auch, wie sich diese Haltung der Stadtverwaltung mit der überaus positiven Haltung gegenüber Radschnellwegen verträgt. Denn gerade bei Radschnellwegen werden nach dem Stand der bundesweiten Diskussion Unter- und Überführungen statt Ampelanlagen wichtig sein. Auch wenn die Route nach Feucht für die weitere Planungen für Radschnellwegen zunächst nicht ausgewählt wurde, ist das doch kein Grund, auf wirklich gute Lösungen auf dieser Strecke zu verzichten.
Auch ein neuer Radweg auf der gegenüberliegenden (nördlichen) Straßenseite, der völlig frei von kreuzenden Zu- und Abfahrten wäre, wird abgelehnt, weil er ein Eingriff in den Bannwald wäre. Eine Verbreiterung der Regensburger Straße für den Autoverkehr um 2 Abbiegespuren ist aber im Plan vorgesehen.
Der ADFC hat sich an der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan-Entwurf gar nicht mehr beteiligt, weil offensichtlich, dass Argumente nicht wirklich gewürdigt werden. Die vorgelegte Planung ist vielmehr als fast unabänderlich quasi gesetzt. Von Dialog oder Gesprächsbereitschaft war ohnehin im ganzen Verfahren kaum etwas zu bemerken.
Wir werden aber das Gespräch mit dem Stadtplanungsamt zum Thema Unterführungen allgemein suchen und es im Frühjahr zu einem Ortstermin an einer Unterführung einladen, um vorzuführen dass Unterführung nicht gleich Angstraum ist und dass angemessene Steigungen von RadlerInnen durchaus bewältigt und gefahren werden.
Gefordert sind eigentlich vor allem die politischen Gruppierungen im Stadtrat: Sie müssten das Stadtplanungsamt ermutigen und auffordern, sich auch in der Stadtplanung, auch bei Bebauungsplänen intensiv für eine Förderung des Radverkehrs, für bessere Bedingungen für den Radverkehr einzusetzen. Die Verkehrsplanung allein kann es nämlich nicht richten.

Wegfall von Fahrradstellplätzen am Hauptbahnhof

2.1.2018

Vor kurzem wurden die Fahrradstellplätze im ICE-Parkhaus am Nürnberger Hauptbahnhof gesperrt. Seit Mitte Dezember sind nun auch die Fahrradstellplätze am Ostausgang des Hauptbahnhofs nicht mehr nutzbar. Hinweisschilder verweisen auf die Fahrradstellplätze auf der Südseite des Hauptbahnhofs.
Mit dem Wegfall dieser beiden Stellplatzbereiche sind die einzigen witterungsgeschützten Fahrradstellplätze beim Bahnhofsgebäude entfernt worden. Daneben hat sich natürlich auch die Gesamtzahl der Fahrradabstellmöglichkeiten drastisch vermindert. Wir haben uns deshalb mit folgendem Schreiben an den Oberbürgermeister gewandt.

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