Radverkehr auf dem Nelson-Mandela-Platz

Noch viele Hindernisse

Der Nelson-Mandela-Platz wurde aufwändig umgestaltet. Nach einem städtebaulichen Wettbewerb 2009 und vielen Diskussionen hat es lange gedauert. Jetzt ist er fast fertig.

Es gibt positive Dinge: Für Radfahrer*innen neu ist die Möglichkeit, den Nelson-Mandela-Platz über die Straße „Hinterm Bahnhof“ von Ost nach West zu queren. Und neu ist das erste Parkhaus für Fahrräder in Nürnberg, das entlang des Bahndamms angelegt wurde.

Die ersten Erfahrungen mit der schon fertigen Straße „Hinterm Bahnhof“, über die der Radverkehr in beiden Richtungen und Autoverkehr in West-Ost-Richtung rollen soll, zeigen aber dringenden Bedarf an Nachbesserungen.

Schon in der Planungsphase war kritisiert worden, dass Senkrechtparkplätze für Autos direkt neben dem Radstreifen für die Ost-West-Richtung vorgesehen sind. Jetzt sind entgegen der Planung auch noch Längsparkplätze im westlichen Bereich neben dem Radstreifen angelegt worden. In allen Fällen müssen die Autos den Radstreifen queren, auch wenn sie die Radfahrenden nicht richtig sehen können.

Man sieht Autos auf dem Radstreifen halten und Reisende ein-und aussteigen. Trotz des roten Granitsteins ist der Radstreifen für Autofahrer nur schwer als solcher erkennbar, vor allem bei Nässe und Dämmerung. Für Radfahrer*innen gibt es, wenn sie von Westen über die Radfahrerampel kommen keine Hinweise, wo ihr Weg weitergeht: viele fahren in der falschen Richtung auf dem Radstreifen links von der Fahrbahn.

Nach einem Ortstermin im Nieselregen noch vor der Ausgangsbeschränkung hat der ADFC Nürnberg in einem Brief an das Verkehrsplanungsamt und den Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) auf die Probleme hingewiesen und um Nachbesserungen gebeten. Details kann man hier nachlesen.

Bilderstrecke:

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Ortstermin: Für einen Radweg vor der neuen Konzerthalle an der Schulheißallee

Direkt neben der Meistersingerhalle an der Schulheißallee will die Stadt die neue Konzerthalle bauen. Bisher ist dort kein Radweg, sondern nur Mischverkehr von Fußgängern/Besuchern und Radlern geplant. Der ADFC wünscht sich einen breiten Zweirichtungsradweg getrennt vom Fußweg und hat im Bebauungsplanverfahren eine entsprechende Änderung angeregt.

Am 06.02.2020 diskutierte er diese Forderung vor Ort mit den Stadträten Fabian Meissner (SPD) und Dr. Otto Heimbucher (CSU) und der Stadträtin Monika Krannich-Pöhler (Grüne) sowie weiteren Interessierten. Die Politik zeigte sich aufgeschlossen für das Anliegen des ADFC, schloss auch eine Lösung nicht aus, bei der eine KFZ-Spur wegfallen würde. Sie versprachen, das Anliegen durch einen Antrag weiter zu verfolgen, womöglich sogar einen gemeinsamen. Herr Meissner berichtete, dass er zusammen mit Herrn Ahmed auch schon vor einiger Zeit einen Antrag zum Radverkehr rund um die neue Konzerthalle gestellt hatte. Herr Heimbucher berichtete, dass der BN in seiner Stellungnahme angeregt habe, den KFZ-Verkehr zukünftig ausschließlich durch die Schultheißallee zu führen, wodurch die Straße an der Ehrenhalle entfallen könnte. Stadtrat Grosse-Grollmann (Gute) hatte sich entschuldigt und schriftlich angeregt, eine KFZ-Spur in eine Radspur umzuwidmen.

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Bebauung ehemaliges Akzo-Nobel-Gelände: Bessere Trasse für Radschnellverbindung möglich

Vorstoß des ADFC im Bebauungsplanverfahren „Lochnerstraße“

Ende 2017 hat die Stadt Nürnberg den Grundsatzbeschluss gefasst, dass fünf Radschnellverbindungen (umgangssprachlich: Radschnellwege) zu Nachbarorten gebaut werden sollen. Wir halten das für einen wichtigen Schritt, wichtig ist uns aber auch, dass jetzt weiter an der Optimierung der vorgeschlagenen Trassen gearbeitet wird, die teilweise ziemlich verwinkelt sind.

Deshalb haben wir z. B. jetzt im Bebauungsplanverfahren für das ehemalige Akzo Nobel Gelände eine verbesserte Führung der Trasse nach Schwabach im Bereich Nopitschstraße - Lochnerstraße vorgeschlagen. Wir hoffen, dass es auch in solchen Detailfragen die notwendige Unterstützung im Rathaus für die Radschnellverbindungen gibt.

Mit unserem Vorschlag würde die Strecke zwischen Amberger Straße und Hinterer Marktstraße nicht nur etwas geradliniger, sondern auch kürzer, wie auf der Zeichnung leicht zu erkennen ist.

Hier finden Sie die Texte unserer Schreiben an die Stadtratsfraktionen und -Gruppen und an das Stadtplanungsamt im Bebauungsplanverfahren und die Ansichten vom südlichen

und nördlichen

Ende der von uns vorgeschlagenen Strecke.

© ADFC Nürnberg 2020